Der beste Weg zur „schnellen Hüfte“

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Ein neues Hüftgelenk und am Operationstag wieder auf eigenen Beinen gehen: Neue Operationstechniken und ein komplett neues Behandlungsprogramm machen es möglich. Die Orthopädische Klinik der Universität Regensburg in Bad Abbach gilt als das führende Zentrum für minimalinvasive Hüftgelenksoperationen in Europa. Dort wurde bereits 2006 die neue minimalinvasive Operationsmethode zum Hüftgelenk-Ersatz entwickelt und perfektioniert: Mehr als 6.000 Hüftgelenke haben Professor Joachim Grifka und sein Team im Asklepios Klinikum vor den Toren Regensburgs mit dieser revolutionären „Micro-Hip“-Technik bereits ausgetauscht.

Mittlerweile wurde das Behandlungskonzept nochmals weiter entwickelt. Patienten profitieren schon vor der Operation von einem speziellen Schulungsprogramm. Kombiniert mit einer optimierten Schmerztherapie. Die Operierten sind deshalb in aller Regel bereits direkt nach dem Gelenkeingriff schmerzfrei. Sie können bereits zwei bis drei Stunden nach dem Eingriff aufstehen und nach drei Tagen wieder Treppen steigen und sind beispielsweise bei der Körperpflege nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen.

Verschiebung der Alterspyramide lässt Zahl der Operationen steigen

15 Millionen Menschen leiden heute in Deutschland unter Arthrose, also abnutzungsbedingten Gelenkbeschwerden. Weil die Bevölkerung immer älter wird und damit die Menschen auch im Alter mobil bleiben, werden jedes Jahr in der Bundesrepublik mehr als 200.000 Hüftgelenke ersetzt – Tendenz weiter steigend. Der Direktor der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach, Professor Dr. Joachim Grifka, gilt dabei heute laut Ärztereport des Magazins Focus als einer der führenden Experten auf dem Gebiet des Gelenkersatzes. Auch das Asklepios Klinikum erhielt im Klinikreport desselben Magazins Bestnoten.

Patienten aus der ganzen Welt in Bad Abbach

„Der Ersatz eines Hüftgelenks ist heute eine Routineversorgung. Unsere minimalinvasive Operationstechnik mit einem nur kleinen Hautschnitt verhindert das Risiko von postoperativen Problemen. Auch weil bei dieser Technik keine Muskeln durchtrennt werden, der Blutverlust sehr gering und auch keine Vollnarkose erforderlich ist“, sagt Professor Grifka. Patienten aus der ganzen Welt kommen mittlerweile zum Austausch ihrer kaputten Hüften in die Orthopädische Universitätsklinik in dem niederbayerischen Kurort. 

Auch orthopädische Chirurgen aus ganz Deutschland sind regelmäßig in Bad Abbach Gäste, um beispielsweise als Zuschauer bei Live-Operationen via TV-Übertragung die neuen Operationstechniken und das neue komplette Behandlungskonzept kennenzulernen.

Die neue Operationsstrategie: ein Gewinn auch für ältere Patienten

Die schonende Operationsstrategie der Ärzte in Bad Abbach bringt auch bei älteren Patienten eine schnelle Rehabilitation. „So konnte auch schon ein 94-jähriger Patient erfolgreich mobilisiert werden, der ebenso am 3. Tag wieder Treppen steigen konnte“, sagte Prof. Grifka. „Damit ein so komplexes Behandlungskonzept funktioniert, braucht es aber ein eingespieltes Team, viel Routine und Experten verschiedenster Berufsgruppen. Für die Patienten ist die sofortige Selbstständigkeit nach der OP ein riesiger Gewinn, für den sie sehr dankbar sind“, so der Klinikdirektor.

Das Bad Abbacher Behandlungskonzept für die „schnelle Hüfte“

Die Behandlung zum Austausch eines Hüftgelenks beginnt bereits mit Instruktionen für den Patienten vor der Operation. Er lernt Tage vorher mit Gehstützen zu gehen und erfährt genau, wie die Behandlung mit den Etappen der Mobilisierung abläuft. Der Patient erhält ein antibakterielles Shampoo, mit dem er am Abend vor der Operation und am Morgen der Operation den Körper wäscht, sowie eine Nasencreme gegen Keime. Die Operation erfolgt mit einer Teilnarkose für die Hüfte. So bekommt der Patient schnell nach der Operation wieder Gefühl und Kraft im Bein und kann aufstehen. 

„Die Patienten erleben es als große Freude, dass sie direkt nach der Operation gehen können und nicht für die eigene Hygiene auf eine Schwester angewiesen sind“, sagt Petra Winter, die verantwortliche Physiotherapeutin, die das Krankengymnastikprogramm mit den verschiedenen Etappen auf Station entwickelt hat.

Wichtiges Element für die Behandlung ist auch die neue Schmerztherapie. Die Patienten werden nicht mehr mit starken Schmerzmitteln, wie Opioiden, lahmgelegt, sondern die minimalinvasive, schonende OP-Technik wird mit einer lokalen Schmerztherapie in der Wunde sowie einer zusätzlichen Blutungsreduktion behandelt. Priv.-Doz. Dr. Felix Greimel, der sich besonders um die intraoperative Schmerztherapie gekümmert hat: „Die Kombination aus gezielter Vorbereitung des Patienten, der geänderten Schmerztherapie und der speziellen Operationstechnik sind gemeinsam der Schlüssel zum Erfolg.“

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